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Die italienischen Entwickler ließen mich sehr lange auf das gute Stück warten. Erst schrieben sie Februar, dann März und im April war es wieder nicht im Container. Anfang Mai kam es allerdings mit dem Flieger und ich nahm stolz den ersten KUOTA Di2 Rahmensatz mit der Seriennummer KUTT01BDSWR0001 in Empfang.
Gott sei Dank wurde der hochmoderne Rahmen in dezentem Rot und Weiß lackiert, ich hatte ja vor der Lieferung nie Gelegenheit einen Blick auf das Design zu erhaschen. "Jetzt noch schnell Sattelrohr und Gabel absägen, die Gruppe draufschrauben und ich sitz schon auf der geilen Feile." Hätt i gern! Meine Freude währte nur kurz, denn schnell geht beim Aufbau dieses Geräts einmal gar nichts. Ich war plötzlich vor folgende technische Probleme gestellt.
1. Der Rahmen besitzt ein BB30 Innenlager, ich fahre jedoch eine SRM Kurbel mit BSA Lager.
2. Für das Absägen des Sattelrohrs benötigt man ein eigenes Werkzeug.
3. Ich habe keine Erfahrung mit dem Einbau und dem Setup der Di2 Gruppe.
Aber jetzt mal der Reihe nach...
Gott sei Dank wurde der hochmoderne Rahmen in dezentem Rot und Weiß lackiert, ich hatte ja vor der Lieferung nie Gelegenheit einen Blick auf das Design zu erhaschen. "Jetzt noch schnell Sattelrohr und Gabel absägen, die Gruppe draufschrauben und ich sitz schon auf der geilen Feile." Hätt i gern! Meine Freude währte nur kurz, denn schnell geht beim Aufbau dieses Geräts einmal gar nichts. Ich war plötzlich vor folgende technische Probleme gestellt.
1. Der Rahmen besitzt ein BB30 Innenlager, ich fahre jedoch eine SRM Kurbel mit BSA Lager.
2. Für das Absägen des Sattelrohrs benötigt man ein eigenes Werkzeug.
3. Ich habe keine Erfahrung mit dem Einbau und dem Setup der Di2 Gruppe.
Aber jetzt mal der Reihe nach...
BB30 Standard vs. BSA (Hollowtech II, MegaExo, etc.)
Der neue BB30 "Standard" hat gegenüber herkömmlichen BSA Lagern (z.B. Shimano), in Kombination mit einer hochwertigen BB30 Kurbel, viele Vorteile in punkto Gewicht und Steifigkeit.
Leider gibt es bis dato nur wenige Hersteller von BB30 Kurbeln. Doppelt blöd trifft es alle SRM Besitzer, die tausende Euros in einen Leistungsmesser mit BSA investiert haben und diesen im neuen Rad nicht verwenden können.
Für all jene wurden von FSA und Truvativ/Sram Gewindeadapter entwickelt, um BSA-Lagerschalen samt Innenlager in BB30 Rahmen montieren zu können, was leider mit Nachteilen verbunden ist: Nach dem Einpressen des Adapters darf/sollte dieser bei Carbonrahmen nie mehr entfernt werden. Ein späterer Umstieg auf eine BB30 Kurbel wäre somit nicht mehr möglich. Bei Di2 Rahmen mit integrierter Verkabelung kann der Kabelsatz nach dem "Umbau" nicht mehr innen verlegt, repariert oder getauscht werden.
Alles in allem völlig unzufriedenstellend. So machte ich mich auf die Suche nach einer Alternative und wurde im Produktkatalog des Herstellers KCNC fündig. Das KCNC BB30 RD Innenlager wird anstelle der BB30 Lagerschalen in den Rahmen geschoben, mittig verschraubt und kann jederzeit ohne Kraftanstrengung entfernt werden. Der Durchmesser passt für alle gängigen BSA-Achsen (Shimano, FSA, etc.) und somit auch für meine SRM K-Force Light Kurbel. Völlig problemlos konnte ich meinen Leistungsmesser montieren und fahre damit auch schon über 1.000 Kilometer ohne Nachstellen, Knacken oder Knarzen. (mehr darüber im SRM Blog)
Leider gibt es bis dato nur wenige Hersteller von BB30 Kurbeln. Doppelt blöd trifft es alle SRM Besitzer, die tausende Euros in einen Leistungsmesser mit BSA investiert haben und diesen im neuen Rad nicht verwenden können.
Für all jene wurden von FSA und Truvativ/Sram Gewindeadapter entwickelt, um BSA-Lagerschalen samt Innenlager in BB30 Rahmen montieren zu können, was leider mit Nachteilen verbunden ist: Nach dem Einpressen des Adapters darf/sollte dieser bei Carbonrahmen nie mehr entfernt werden. Ein späterer Umstieg auf eine BB30 Kurbel wäre somit nicht mehr möglich. Bei Di2 Rahmen mit integrierter Verkabelung kann der Kabelsatz nach dem "Umbau" nicht mehr innen verlegt, repariert oder getauscht werden.
Alles in allem völlig unzufriedenstellend. So machte ich mich auf die Suche nach einer Alternative und wurde im Produktkatalog des Herstellers KCNC fündig. Das KCNC BB30 RD Innenlager wird anstelle der BB30 Lagerschalen in den Rahmen geschoben, mittig verschraubt und kann jederzeit ohne Kraftanstrengung entfernt werden. Der Durchmesser passt für alle gängigen BSA-Achsen (Shimano, FSA, etc.) und somit auch für meine SRM K-Force Light Kurbel. Völlig problemlos konnte ich meinen Leistungsmesser montieren und fahre damit auch schon über 1.000 Kilometer ohne Nachstellen, Knacken oder Knarzen. (mehr darüber im SRM Blog)
Absägen des Sattelrohrs
Während das Absägen des Gabelschafts mit einer guten Säge und ruhigem Händchen kein großes Problem darstellt, verhält sich die Geschichte beim "überlangen" Sattelrohr schon schwieriger.
Zur erfolgreichen Sattelrohr-Mission gehören die Kenntnis über die verwendete Sattelstütze (Tria nach vorne oder TT nach hinten gekrümmt), den endgültigen Sattel und die perfekte Sitzhöhe/Sitzposition in der Aero-Haltung. Hat man alles berechnet und vormontiert, muss nur mehr die Differenz zur idealen Höhe mit zusätzlichen 5 mm ermittelt werden. Mit dem "Kueen-K Cutting Tool" sägt man dreimal das Sattelrohr entlang der Führung (siehe rote Markierung am Foto) und schon besitzt der Rahmen die individuelle Sitzrohrlänge. Bis zu 40 mm kann der Sattel später von größeren Fahrern, bei einem Wechsel des Sattels oder der Pedale/Schuhe herausgezogen werden. Nach unten hin haben wir 5 mm Spielraum gelassen.
Tipps zum Absägen des Sattelrohrs: Am besten zu zweit arbeiten - einer hält das Rad bzw. den Rahmen fest und der Zweite sägt mit eiserner Konzentration. Bitte verwendet eine Säge mit scharfem Blatt, um das hässliche Ausfransen des Carbonmaterials zu vermeiden.
Zur erfolgreichen Sattelrohr-Mission gehören die Kenntnis über die verwendete Sattelstütze (Tria nach vorne oder TT nach hinten gekrümmt), den endgültigen Sattel und die perfekte Sitzhöhe/Sitzposition in der Aero-Haltung. Hat man alles berechnet und vormontiert, muss nur mehr die Differenz zur idealen Höhe mit zusätzlichen 5 mm ermittelt werden. Mit dem "Kueen-K Cutting Tool" sägt man dreimal das Sattelrohr entlang der Führung (siehe rote Markierung am Foto) und schon besitzt der Rahmen die individuelle Sitzrohrlänge. Bis zu 40 mm kann der Sattel später von größeren Fahrern, bei einem Wechsel des Sattels oder der Pedale/Schuhe herausgezogen werden. Nach unten hin haben wir 5 mm Spielraum gelassen.
Tipps zum Absägen des Sattelrohrs: Am besten zu zweit arbeiten - einer hält das Rad bzw. den Rahmen fest und der Zweite sägt mit eiserner Konzentration. Bitte verwendet eine Säge mit scharfem Blatt, um das hässliche Ausfransen des Carbonmaterials zu vermeiden.
Montage der Shimano Di2 Gruppe
Einige Stunden später präsentiert sich der Rahmen mit Bremsen, Sattel, Lenker und Laufrädern bestückt, eingestellt und erwartete sein Herzstück: Shimanos Di2 Gruppe.
Im Nachhinein betrachtet war die Bestellung der richtigen Teile schwieriger als die eigentliche Montage. Beim Kueen-K Di2 Rahmen werden die Kabeln innen verlegt (= interner Kabelsatz) und der Akku an der hinteren linken Kettenstrebe montiert (= kein Flaschenhalteradapter notwendig). Zur Verwendung der Shimano TT Schalt-/Bremshebel wird ein zusätzlicher Kabelsatz benötigt, um diese mit den Endschalthebeln zu verbinden. Das macht Sinn, da die im Inneren des Lenkers verborgenen Kabel nach einem Sturz oder aufgrund eines Defekts schnell und "kostengünstig" getauscht werden können.
Im Nachhinein betrachtet war die Bestellung der richtigen Teile schwieriger als die eigentliche Montage. Beim Kueen-K Di2 Rahmen werden die Kabeln innen verlegt (= interner Kabelsatz) und der Akku an der hinteren linken Kettenstrebe montiert (= kein Flaschenhalteradapter notwendig). Zur Verwendung der Shimano TT Schalt-/Bremshebel wird ein zusätzlicher Kabelsatz benötigt, um diese mit den Endschalthebeln zu verbinden. Das macht Sinn, da die im Inneren des Lenkers verborgenen Kabel nach einem Sturz oder aufgrund eines Defekts schnell und "kostengünstig" getauscht werden können.
| Produkt# | Produkt Beschreibung | |
| RD-7970 | Schaltung 10fach | |
| FD-7970 | Umwerfer, Anlöttyp | |
| ST-7971 | Schalt-/Bremshebel Time Trial | |
| SW-7971 | Garnitur Schalthebel Time Trial | |
| SM-EW79AI | Kabel zu Schalthebel Time Trial | |
| EW7975 | Kabelsatz intern | |
| SM-BTR1 | Batterieakku | |
| SM-BCR1 | Batterieladegerät | |
| ISMBCC11 | Stromkabel zu Batterieladegerät |
Als nächstes können Akkuhalterung, Umwerfer und Schaltwerk befestigt und angeschlossen werden. Silberne Aufkleber auf den Steckern sorgen dafür, dass keine Verwechslung passiert.
Etwas aufwendiger gestaltet sich die Verkabelung der Akkustandanzeige und der Schalt-/Bremshebel. Ich verlege die Kabel durch entsprechende Führungen in Lenker, Extensions und Hebeln und "veredle" die Steckverbindungen mit klebrigen Schrumpfschläuchen um Wackelkontakte durch Eindringen von Feuchtigkeit zu verhindern.
Tipps: Das Wichtigste ist das Lesen der übersichtlichen Shimano Anleitungen (online oder beigepackt). Jede Komponente wird mit klaren Worten und guten Grafiken erläutert. Die Montage ohne vorheriges Studium geht ziemlich sicher ins Auge. Vor der Endmontage unbedingt prüfen ob die Kabel inkl. der Schrumpfschläuche durch alle Löcher im Lenker passen und vor dem "Schrumpfen" einen letzten Check durchführen ob die Kabel auch richtig verlegt wurden. Die Schrumpfschläuche auf keinen Fall mit dem Feuerzeug oder anderen russischen Methoden erhitzen - dafür gibt es spezielle Industrieföne inkl. Aufsatz um Kabel und Rahmen vor Beschädigungen zu bewahren.
Plug & Play Schaltwerk | diskrete Montage des Akkus | intelligenter Umwerfer mit Auto-Trim Funktion |
Einstellung der Di2 Schaltung
Auf gehts zum großen Finale: KCNC Tretlager rein, SRM Kurbel durch, Kette drüber, Akku einlegen und was jetzt folgt ist einfach genial und schon fast digital.
Fertig. Wer es genau wissen möchte, kann hier einen Blick in die Shimano Anleitung werfen.
- Kettenwechsler auf die Position des 5. Zahnkranzes schalten
- Den Einstellknopf auf der Verzweigung (siehe mittleres Bild unterhalb) drücken um den Kettenwechsler in die Einstellbetriebsart umzuschalten (25 Zwischenstufen stehen nun zur Verfügung)
- Während des Drehens der Kurbel so lange hochschalten bis die Kette am 4. Zahnkranz streift
- Nun vier mal runterschalten, um die Führungsrolle vier Stufen nach außen zu bewegen
- Den Einstellknopf auf der Verzweigung erneut drücken, um wieder in die Gangschaltbetriebsart zu wechseln
- Alle Gänge probehalber durchschalten und die Einstellschrauben für den kleinsten und größten Gang anziehen, bis sie den Anschlag am Schaltwerk berühren
- Beim Umwerfer die Einstellschrauben für den kleinsten und größten Gang anziehen, so dass der Abstand zwischen der laufenden Kette und den Kettenführungsplatten 0.5 bis 1 mm beträgt
Fertig. Wer es genau wissen möchte, kann hier einen Blick in die Shimano Anleitung werfen.
Kuota Kueen-K Di2 Modell 2011
![]() |
| Rahmen/Gabel | Kueen-K Di2 | Shimano Dura ACE Di2 | ||
| Gabel | Aero Gabel 1 1/4" * 1 1/8" | Endschalthebel | Shimano Dura ACE Di2 (103 g) | |
| Größen | XS-S-M-L-XL | Schaltbremshebel | Shimano Dura ACE Di2 (116 g) | |
| Sattelstütze | Aero TT Stütze | Schaltwerk | Shimano Dura ACE Di2 (221 g) | |
| Steuersatz | Stronglight 1 1/4" * 1 1/8" | Umwerfer | Shimano Dura ACE Di2 (120 g) | |
| Ausfallenden | horizontal oder vertikal | Zahnkranzkassette | Shimano Dura ACE 11-25 (178 g) | |
| Vorbau | BBB 31.8 90mm 35° (143 g) | Kette | Shimano Dura ACE (260 g) | |
| Lenker | ZIPP Vuka Bull 31.8 | Bremse vo/hi | Tektro R725FB/R (179/161 g) | |
| Sattel | Selle Italia SLR T-1 (195 g) | Kurbel | SRM FSA K-Force Light 54/42 BSA | |
| Laufräder | ZIPP 1080/808 (DT Swiss 240s) | Innenlager | KCNC K-Type BB30 RD | |
| Reifen | Vredestein Fortezza Pro Tricomp 21 | Pedale | Look KEO 2-Max | |
Die ersten 1.000 Kilometer am Kueen-K Di2
Nach zwei langen und sehr zufriedenstellenden Saisonen (zumindest aus dem technischen Blickwinkel) mit der ersten KUOTA Kueen-K Edition war ich schon sehr auf das neue Di2 Modell gespannt. Der Rahmen blieb inklusive seiner Geometrie bis auf wenige Details unverändert. Neu ist der BB30 Tretlager Standard, ein stabiler Klemmkörper in der Aero-Sattelstütze und natürlich die interne Di2 Kabelverlegung. Der Wegfall aller Schaltbowden-Öffnungen freut den Hobby-Schrauber und lässt das TT-Rad sehr aufgeräumt und aerodynamisch aussehen. Die schlichte aber hochwertige Lackierung rundet das Gesamtbild edel ab.
Man kann den Rahmen als ausgereift betrachten. Bis auf das mühevolle Wechseln der hinteren Bremsbeläge (wenig Platz durch Kettenblätter) ist aus dem Kueen-K ein alltagstaugliches Trainings- und Renngerät geworden, das selbst nach mehr als 1.000 Kilometern noch keine Mucken gemacht hat. Dank dem Wegfall der Schaltzüge musste bis dato nichts nachgestellt werden.
Schaltwerk: Obwohl die Gänge mit den Knöpfchen an Schalt- und Bremshebeln nur einzeln geschaltet werden können, verringert sich die Schaltgeschwindigkeit im Vergleich zur mechanischen Gruppe nicht. Wenn man die Tasten extrem schnell drückt, merkt sich das Schaltwerk die Klicks und läßt die Kette zügig und präzise über die Ritzeln marschieren.
Richtig sensationell ist die Funktion des Umwerfers. Ein kurzer Klick und die Kette wird blitzschnell und geräuschfrei auf die Scheibe gehoben. Im Normalfall ist eine herunterfallende Kette oder der gefürchtete Chainsuck ein Ding der Unmöglichkeit.
Da der Umwerfer über zwei Computerchips mit dem Schaltwerk verbunden ist, weiß dieser jederzeit, auf welchem Ritzel die Kette liegt. So justiert der Umwerfer seine Position automatisch nach, noch bevor die Kette bei einem zu starken Schräglauf das Leitblech berührt (Schleifgeräusche sind Geschichte).
Ohne Strom kann allerdings nicht geschaltet werden. Zur Kontrolle zeigt eine LED-Anzeige an der Verzweigung den Ladestand an. Einen komplett leeren Akku aufzuladen dauert rund 90 Minuten, allerdings reichen 15 Minuten an der Steckdose schon für gute 400 Kilometer. Shimano gibt an, dass die Reichweite einer Akku-Ladung bei zirka 2.500 Kilometern liegen soll - abhängig vom Schaltverhalten und den Temperaturen. Nach meinen 1.000 Testkilometern zeigt der Akkustand noch immer "voll" an. Wie sich der Akku langfristig verhält, wird der Bikeboard-Dauertest zeigen.
Vorteile
Nachteile
Fazit: Ich bin ein Technikfreak und finde die Schaltpräzision, -geschwindigkeit und Optik der Shimano Di2 extrem geil und möchte am TT Rad nie wieder mechanisch schalten müssen. Ich kann sie allen Rennradlern empfehlen, die von neuer und unkomplizierter Technik begeistert sind und sich diese auch leisten möchten.
Man kann den Rahmen als ausgereift betrachten. Bis auf das mühevolle Wechseln der hinteren Bremsbeläge (wenig Platz durch Kettenblätter) ist aus dem Kueen-K ein alltagstaugliches Trainings- und Renngerät geworden, das selbst nach mehr als 1.000 Kilometern noch keine Mucken gemacht hat. Dank dem Wegfall der Schaltzüge musste bis dato nichts nachgestellt werden.
Schaltwerk: Obwohl die Gänge mit den Knöpfchen an Schalt- und Bremshebeln nur einzeln geschaltet werden können, verringert sich die Schaltgeschwindigkeit im Vergleich zur mechanischen Gruppe nicht. Wenn man die Tasten extrem schnell drückt, merkt sich das Schaltwerk die Klicks und läßt die Kette zügig und präzise über die Ritzeln marschieren.
Richtig sensationell ist die Funktion des Umwerfers. Ein kurzer Klick und die Kette wird blitzschnell und geräuschfrei auf die Scheibe gehoben. Im Normalfall ist eine herunterfallende Kette oder der gefürchtete Chainsuck ein Ding der Unmöglichkeit.
Da der Umwerfer über zwei Computerchips mit dem Schaltwerk verbunden ist, weiß dieser jederzeit, auf welchem Ritzel die Kette liegt. So justiert der Umwerfer seine Position automatisch nach, noch bevor die Kette bei einem zu starken Schräglauf das Leitblech berührt (Schleifgeräusche sind Geschichte).
Ohne Strom kann allerdings nicht geschaltet werden. Zur Kontrolle zeigt eine LED-Anzeige an der Verzweigung den Ladestand an. Einen komplett leeren Akku aufzuladen dauert rund 90 Minuten, allerdings reichen 15 Minuten an der Steckdose schon für gute 400 Kilometer. Shimano gibt an, dass die Reichweite einer Akku-Ladung bei zirka 2.500 Kilometern liegen soll - abhängig vom Schaltverhalten und den Temperaturen. Nach meinen 1.000 Testkilometern zeigt der Akkustand noch immer "voll" an. Wie sich der Akku langfristig verhält, wird der Bikeboard-Dauertest zeigen.
Vorteile
- präzise, geräuschfreie & schnelle Schaltmanöver vorne und hinten
- wartungsarm
- TT-Bremshebel besitzen Schaltknöpfe, so kann auch während des Bremsvorgangs, bzw. bei Bremsbereitschaft auf schwierigen Streckenabschnitten, geschaltet werden
- Optik: aufgeräumt, modern, geil
- Aerodynamik: vermutlich vernachlässigbar, jedoch hängen weniger Kabel im Wind
Nachteile
- Akkustand muss von Zeit zu Zeit kontrolliert werden, kein akustisches Warnsignal
- Gewicht um ca. 100g schwer als das der mechanischen Gruppe (entspricht ziemlich genau dem Akku)
- hoher Preis
Fazit: Ich bin ein Technikfreak und finde die Schaltpräzision, -geschwindigkeit und Optik der Shimano Di2 extrem geil und möchte am TT Rad nie wieder mechanisch schalten müssen. Ich kann sie allen Rennradlern empfehlen, die von neuer und unkomplizierter Technik begeistert sind und sich diese auch leisten möchten.
















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