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Ein leichter Carbonrenner der Oberklasse, mit alltagstauglicher Ausstattung ohne teuren Schnickschnak. Nicht mehr und nicht weniger sondern genau das was ein Master so braucht. Solide, praktisch, gut.
Die Offenbarung
Zuerst wollte er sich ja nicht rechtzeitig offenbaren, der Revelator Master. Vorgesehen war nämlich, ihm bei ausführlichen Testfahrten in Malaga ordentlich auf den Zahn zu fühlen. Davor wollte er sich offensichtlich drücken, denn bis zu meiner Abreise am 25. Jänner ließ er sich nicht blicken. Im Nachhinein betrachtet gar nicht blöd von ihm, denn so hat er den großen Crash seinem Vorgänger, dem Strada LC 6000, überlassen, den dieser bis auf ein paar Kratzer erstaunlich unversehrt überstanden hat, ganz im Gegensatz zu mir.
Am 3.2.09 kam er in Wien an, in seiner überdimensionierten Schachtel, in der er dann vorerst mal friedlich schlummerte. Nach dem Crash und 30Tagen am Rücken liegen war ich mit meinem Wirbelbruch und meinen anderen Blessuren beschäftigt und würdigte ihn bis 10.5.09 keines Blickes. Und dann hab ich ihn ausgepackt.
6,9kg mit Shimano Ultegra Ausstattung, Ritchey WCS wet black und Mavic Ksyrium SL
Dass er leicht ist, hab ich schon beim aus der Schachtel nehmen gespürt. Mit 6,9kg ohne Pedale liegt er knapp über dem UCI Limit. Mit der Ksyrium LS und Ultegra Ausstattung ist er zwar um 200gr schwerer als der um 2.000 Euronen teurere Revelator Prime (Dura Ace, Cosmic Carbon) und auf den Revelator Prestige (Dura Ace, Lightweight) fehlen ihm gar 700gr, für die muss man allerdings zusätzliche 5.200 hinblättern.
Zu mir und zu meiner Philosophie passt der Revelator Master auf jeden Fall super. Kein unnötiger teurer Schnickschnack, funktionelle Alltagstauglichkeit und die 200 bzw. 700gr erspar ich mir locker mit ein paar harten Trainingseinheiten.
Konfektionierung
Das Sitzrohr muss ab, die Gabel auch.
Jetzt hab ich ihn auf dem Montageständer den Revelator und das verlängerte Sitzrohr (integrierte Sattelstütze) muss gekürzt werden. Dazu liefert KTM ein super Cutting Tool mit, das man einfach an die richtige Stelle über das Sattelrohr schiebt, festschraubt und schnipp schnapp ab geht die Post. Ich mess lieber zweimal nach, weil einmal zu kurz abgeschnitten, hilft fast nichts mehr. Die Ritchey Stubby Überwurf-Satteklemme erlaubt nur 15mm Spielraum nach oben.
Ein Cutting Tool für den Carbon-Gabelschaft wär auch nicht schlecht im Lieferprogramm, aber ich schaff es auch so und schneid die Gabel mal für die 2cm mitgelieferten Carbon Spacer ab.
Der 10cm wet black Ritchey Axis 4 Vorbau ist für mich zu kurz, zum Glück hab ich noch einen 12cm mit minus 17° und geb den mal drauf. Jetzt passt auch die Länge für mich als Sitzriesen optimal.
Die 822gr Shimano Ultegra Kurbel nehm ich mal unzerkratzt runter und montier mein Ergomo Tretlager mit der Carbon Kurbel. Ist vielleicht ein bissl schwerer, aber dafür weiß ich immer wieviel ich grad drauf drück.
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KTM Testrad für Bikeboard.at
| KTM Revelator Master: Ausstattung & Geometrie |
Der Look
Der orange-schwarze KTM Look ist vielleicht nicht jedermanns Sache aber mir g‘fallts ned schlecht und mein Ergomo, dieses PM-Urgestein, passt voll gut dazu. Im Sonnenlicht spiegeln sich leichte Unregelmässigkeiten im Carbon-Verschliff unter dem Klarlack, kleine Schönheitsfehler, aber dafür hat man den puren Carbon-Look. Das Master-Pickerl am Oberrohr löst sich an den Rändern, mal sehen ob ich das nicht bald verlier, wär schade, es erinnert mich immer dran dass der Revelator Master und ich als alter Master Fahrer irgendwie zusammengehören.
Die Ritchey WCS wet black Teile glänzen schön, ob das nach ein paar Regenausfahrten auch noch so ist wird die Zukunft zeigen.
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Jungfernfahrt
Der Revelator Master erweist sich schonnach den ersten Tritten als angenehm steif, alle Kraft scheint direkt nach vorne zu gehen. Das einzig Störende ist das dicke Oberrohr, immer wieder streife ich mit den Knien, nicht fest, aber so dass man es merkt, da muss ich mich erst mal dran gewöhnen.
Der Selle Italia SLR Gelflow ist für meinen viele Jahre auf den Flite eingesessenen Hintern gewöhnungsbedürftig, aber nach ein Bissl hin und her rutschen, freunde ich mich erstaunlich schnell mit ihm an. Nach ein paar Minuten ist es als ob ich nie auf einem anderen Sattel gesessen hätte, der passt perfekt und kann drauf bleiben.
Der Schwalbe Ultremo läuft so leicht, dass es mir gleich angenehm auffällt. Wenn ich allerdings auf seine mit orangen Streifen versehene Lauffläche runter schau wird mir schwindlig. Bremsen tut er auch gut und die ersten schnellen Kurven lassen auf super Gripp hoffen. Dann kommen wir auch noch in einen Regenguss. Auch die Nasshaftung scheint gut, soweit ich mich das bei der ersten Ausfahrt nach dem Crash ausprobieren trau.
Der Ritchey WCS Alulenker ist halt schon was anderes als der Ritchey WCS Carbon, den ich am LC 6000 hab, da verbiegt sich nyx wenn man im Wiegetritt mal ordentlich anzieht und ich freu mich schon auf den ersten richtigen Sprint.
Zwei Dinge stören bei der ersten Ausfahrt, ein Knacksen im Wiegetritt, dem ich nachgehen muss und nach zwei Stunden krieg ich plötzlich riesigen Durst und merke, dass ich keine Trinkflasche mit hab. Wie auch, es ist nämlich kein Flaschenhalter am Rad.
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Geräuschkur
Tja, so ein Geräusch kann unheimlich nerven. Es kommt von vorne und ich demontier mal vorsichtshalber den Vorbau, bau die Gabel aus, schmiere die Lagersitze mit Montagepaste und mach mal Carbonpaste an den Gabelschaft, bevor ich den Vorbau wieder drauf schraub und akribisch das Lagerspiel einstelle.
Das Tretlager hab ich in weiser Voraussicht schon mit Kupferpaste montiert. Trotzdem kontrolliere ich nochmal mit dem großen Drehmomentschlüssel, ob alles fest sitzt und sichere die Kurbelschrauben mit Schraubenstopp.
Dann schwing ich mich aufs Rad, aber das Knack-Knack ist noch immer da. Ziemlich grantig geh ich weitere Möglichkeiten durch und erinnere mich an meine ersten Mavic Ksyrium, bei denen die Schnellspanner knackten. Ich bau also Shimano Dura Ace Schnellspanner aus der Teilekiste drauf und siehe da, das Geräusch ist weg. Ich freu mich und geleichzeitig denk ich mir, dass die Schurken bei Mavic in den letzten 5 Jahren eigentlich etwas dazugelernt haben könnten. Das kann ja nicht so schwer sein, einen Schnellspanner zu machen der nicht knackt, oder doch?
Tester: Eri del Pozo, NoSe
Fotos: Erwin Haiden, NoSane





























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Abgesehen von den Schnellspannern.
Mehr sein als schein 





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