Bernd67
12-04-2003, 21:20
Gelangte irgendwann aus den Tiefen des Internet in meine Mailbox.
ÖSTERREICHISCHE MASSEINHEITEN :-)))
Ich wage zu behaupten, dass es keine Sprache gibt, die so unverbindliche
Maßeinheiten hervorgebracht hat, wie die Österreichische. Das Vage und
Dehnbare in unseren internen Maßeinheiten scheint mir auch ein Indiz, ja
eine Facette des österreichischen Wesens an sich zu sein. Schaun sie: An
der
Aufforderung: "Noch ein Wengerl, ein Wengerl sitzen, ein Wengerl da zu
bleiben, noch ein Wengerl lustig zu sein, daran finden wir gar nichts
bemerkenswertes mehr, noch dazu wo sich dieses Wengerl auch ausreichend von
"ein Wenig" herrührend erklären läßt.
Dass ein Weg breit ist, wenn er lang ist, wundert auch keinen mehr: "Heast,
wo woast denn? - Na is a brader Weg!"
Dass man endlos wartet und ewig nicht dran kommt, auch daran hat man sich
gewöhnt.
Ja selbst, dass jemand bei einem auf einen Hupfer vorbeischaut, wird in den
seltensten Fällen missverstanden und stört selbst nach zwei Stunden noch
niemanden.
Schwieriger wird es dann, wenn jemand um ein Euzerl daneben liegt. Kann man
zum Beispiel auch um zwei Euzerln daneben liegen? Waren in grauer Vorzeit
einmal 10 Euzerln 1 Euz? Und wenn etwas um 100 Euz nicht stimmt, kann man
dann schon sagen: "Na den Unterschied möchte ich Klavier spielen können"?
Wann hat man etwas um ein Haus verfehlt oder gar um ein Eckhaus?
Um welche Mengen handelt es sich wirklich wenn jemand sagt: "Ich bin den
ganzen Nachmittag eine Stunde herumgrennt. I war in 97 Gschäftln, hab 17
Sakkos in 1000 verschiedenen Größen probiert. Kein einziges hot ma passt,
bis auf die zwa, san gar net so schlecht. I hab a Lawine zahlt, und bin fix
und fertig, weil überall a ganzer Oasch voll Leut woar!" Wie viele Leute
gehen da hinein? Ja, wenn besagter Körperteil einer einflussreichen
Persönlichkeit gehört, wie viele san schon drin?
Wann wird aus einem Tröpferl ein Tropfen? Wann daraus ein Schluckerl?
Wann kann man von einem Glaserl sprechen? Bitte, dass ein Flascherl Wein in
Österreich meistens ein Doppelliter ist, darf allerdings als bekannt
vorausgesetzt werden. Jedoch, wie groß ist ein Futzerl? Wann mutiert es zum
Eckerl? Wann zum Stückerl? Welche Ausdehnung muss ein Körper haben, dass
wir
ihn in der Folge als Trumm, oder gar als Mordstrumm bezeichnen können?
Wieviel ist ein bissi?
Bissi ist besonders heikel, weil man bissi so ambivalent verwenden kann.
Zum Beispiel: "Na is a bissi vü!" oder aber auch: "Na is a bissi
wenig!"...."Bist ein bissi deppert." Trägt noch ein harmloses, fast
liebenswertes Irresein in sich. Während: "Du bist mir scheint a bissl
deppert!" bereits auf ernsthaft gestörte Geisteszustände hinweisen möchte.
Die Bereitschaft zur physischen Attacke drückt diese dann nur noch mehr
durch die rhetorisch gestellte Frage aus, wenn sie unter Weglassung
sämtlicher Zischlaute gestellt wird, denn: "Heat bid a bidl debad!" "A
bidl"
Das kann man gar nicht anders als drohend sagen.
Alle diese Beiläufigkeiten sind in ihrer Ungenauigkeit keine fixen Größen,
aber als Österreicher lebt man mit ihnen. Wahrscheinlich könnten Etymologen
unter zu Hilfenahme diverser Lautverschiebungen ihre Herkunft einigermaßen
klären. Anthropologen werden unter Hervorkramen alter Sitten und Gebräuche
weiter Klarheit schaffen können, egal ob es sich um ein Trumm, ein Eckhaus
oder ein Futzerl handelt, aber NIEMAND, NIEMAND kann erklären von wo es
kommt oder gar von welchem Brauch es sich ableitet, dass, wenn jemand
gefragt wird, ob er beispielsweise seinen Zug erwischt hätte, und dieser
dann antworten kann: "Oba ums Oaschleckn net!"
ÖSTERREICHISCHE MASSEINHEITEN :-)))
Ich wage zu behaupten, dass es keine Sprache gibt, die so unverbindliche
Maßeinheiten hervorgebracht hat, wie die Österreichische. Das Vage und
Dehnbare in unseren internen Maßeinheiten scheint mir auch ein Indiz, ja
eine Facette des österreichischen Wesens an sich zu sein. Schaun sie: An
der
Aufforderung: "Noch ein Wengerl, ein Wengerl sitzen, ein Wengerl da zu
bleiben, noch ein Wengerl lustig zu sein, daran finden wir gar nichts
bemerkenswertes mehr, noch dazu wo sich dieses Wengerl auch ausreichend von
"ein Wenig" herrührend erklären läßt.
Dass ein Weg breit ist, wenn er lang ist, wundert auch keinen mehr: "Heast,
wo woast denn? - Na is a brader Weg!"
Dass man endlos wartet und ewig nicht dran kommt, auch daran hat man sich
gewöhnt.
Ja selbst, dass jemand bei einem auf einen Hupfer vorbeischaut, wird in den
seltensten Fällen missverstanden und stört selbst nach zwei Stunden noch
niemanden.
Schwieriger wird es dann, wenn jemand um ein Euzerl daneben liegt. Kann man
zum Beispiel auch um zwei Euzerln daneben liegen? Waren in grauer Vorzeit
einmal 10 Euzerln 1 Euz? Und wenn etwas um 100 Euz nicht stimmt, kann man
dann schon sagen: "Na den Unterschied möchte ich Klavier spielen können"?
Wann hat man etwas um ein Haus verfehlt oder gar um ein Eckhaus?
Um welche Mengen handelt es sich wirklich wenn jemand sagt: "Ich bin den
ganzen Nachmittag eine Stunde herumgrennt. I war in 97 Gschäftln, hab 17
Sakkos in 1000 verschiedenen Größen probiert. Kein einziges hot ma passt,
bis auf die zwa, san gar net so schlecht. I hab a Lawine zahlt, und bin fix
und fertig, weil überall a ganzer Oasch voll Leut woar!" Wie viele Leute
gehen da hinein? Ja, wenn besagter Körperteil einer einflussreichen
Persönlichkeit gehört, wie viele san schon drin?
Wann wird aus einem Tröpferl ein Tropfen? Wann daraus ein Schluckerl?
Wann kann man von einem Glaserl sprechen? Bitte, dass ein Flascherl Wein in
Österreich meistens ein Doppelliter ist, darf allerdings als bekannt
vorausgesetzt werden. Jedoch, wie groß ist ein Futzerl? Wann mutiert es zum
Eckerl? Wann zum Stückerl? Welche Ausdehnung muss ein Körper haben, dass
wir
ihn in der Folge als Trumm, oder gar als Mordstrumm bezeichnen können?
Wieviel ist ein bissi?
Bissi ist besonders heikel, weil man bissi so ambivalent verwenden kann.
Zum Beispiel: "Na is a bissi vü!" oder aber auch: "Na is a bissi
wenig!"...."Bist ein bissi deppert." Trägt noch ein harmloses, fast
liebenswertes Irresein in sich. Während: "Du bist mir scheint a bissl
deppert!" bereits auf ernsthaft gestörte Geisteszustände hinweisen möchte.
Die Bereitschaft zur physischen Attacke drückt diese dann nur noch mehr
durch die rhetorisch gestellte Frage aus, wenn sie unter Weglassung
sämtlicher Zischlaute gestellt wird, denn: "Heat bid a bidl debad!" "A
bidl"
Das kann man gar nicht anders als drohend sagen.
Alle diese Beiläufigkeiten sind in ihrer Ungenauigkeit keine fixen Größen,
aber als Österreicher lebt man mit ihnen. Wahrscheinlich könnten Etymologen
unter zu Hilfenahme diverser Lautverschiebungen ihre Herkunft einigermaßen
klären. Anthropologen werden unter Hervorkramen alter Sitten und Gebräuche
weiter Klarheit schaffen können, egal ob es sich um ein Trumm, ein Eckhaus
oder ein Futzerl handelt, aber NIEMAND, NIEMAND kann erklären von wo es
kommt oder gar von welchem Brauch es sich ableitet, dass, wenn jemand
gefragt wird, ob er beispielsweise seinen Zug erwischt hätte, und dieser
dann antworten kann: "Oba ums Oaschleckn net!"