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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : schimpfwort? ja oder nein?



soulman
21-10-2003, 10:27
es is zwar sehr off teppich, aber da es manchmal ansatzweise hier im board auch angeklungen ist, hat es besgonnen mich zu interessieren. jetzt will ich wissen wie ihr das seht.

als ich noch ein junge war, der ostblock noch dort war wo er hingehörte, die ausländer grösstenteils alle noch daheim waren, der eiserne vorhang noch fest zugezogen und ohne löcher, da konnte man auch damals schon des öfteren schwarze männer sehen. wir alle - gross und klein - nannten sie neger und niemand dachte böses dabei.

vor kurzem erklärten mir meine beiden grossen (12jahre und 13 1/2jahre) dass man neger nicht sagen darf, weil das ein schimpfwort sei. auf meine erstaunte frage wer ihnen denn das beigebracht hätte, antworteten sie, dass man ihnen das in der schule gesagt hätte. ich erwiderte dass ich das nicht ganz nachvollziehen könne, da sich dieses wort doch von dem begriff "negroid" ableitet und das deshalb weder schimpfwort noch schande für die betreffenden personen sein kann.

leute, ich verstehs nicht! wenn heute jemand "neger" sagt wird er schief angeschaut. und wenn man sagt man sei heimatverbunden, so ist man ja schon als latenter nazi eingestuft.
in welcher (scheiss-)zeit leben wir eigentlich? was lassen wir uns von der obrigkeit nicht noch alles an blödheiten aufs aug drücken? wieso quatscht jeder jeden schmarrn nach den ihm jemand vorbetet, der damit nur seine persönlichen interessen verfolgt und "nützliche idioten" braucht die ihm somit bei der verbreitung seines schwachsinns unbewusste schützenhilfe leisten.

sollen wir jetzt jeden menschen mit dunklen hautpigmenten "schwarzafrikaner" nennen, weil man ansonsten als rassist abgestempelt werden könnte?

klar, solange ich nicht "hey, neger!" sag oder gar "nigger".......

Birki
21-10-2003, 10:35
... die frage ist wohl, wie die betroffenen das selbst empfinden, oder? wenn jemand eigentlich kurtl getauft wurde und hedwig genannt werden möchte, würde ich's auch respektieren.
lg
birki

manitou
21-10-2003, 10:37
da soulman greift scho wieda a heisses thema an, a so a lauser ;)

nein, im ernst. ich denke, in dieser zeit, in der wir wieder eine völkerwanderung erleben und das im zeitalter der kommunikation und des internets, ist es umso schwieriger und gefährlicher, bestimmte aussagen zu treffen.

als vor a paar hundert jahren die letzte völkerwanderung durchgezogen wurde, haben sich die leute wahrscheinlich genauso aufgeregt, warum die "blossfiassatn" gerade bei ihnen vor der haustüre ihre zelte aufschlagen und ihnen das essen wegnehmen.

heute ist es im prinzip nicht viel anders. jeder ist mit seiner welt zufrieden, solange es seine kleine welt bleibt. sobald der hausfrieden gestört wird -sei es durch direkten kontakt mit ausländern, oder, was wahrscheinlicher ist, mit einer hetzkampagne diverser kleinformatiger zeitungen, welche ja die auflagenstärkste zeitung im lande ist und direkt in die mittel- und unterschicht geht - dann werden wir laut, dann schreien wir, dann erregen wir uns an vielen bösen menschen, die uns alles wegnehmen wollen.

den fernseher, den dvd-player, die chips, die arbeit, die freundin, von der natürlich die mami nyx weiss, und vielleicht sogar, um gottes willen, die luft zum atmen.

und das man dann auch noch aufpassen muß, wie man was zu wem und wann und wo sagt, das schlägt dem fass natürlich den boden aus, a so a frechheit, derf i daham nimma des sogn, wos i ma denkt. :mad:

die österreichische seele kocht :s:

ich will aber betonen, dass ich damit leben kann, dass ich sehr tolerant und aufgeschlossen bin - solange man mich in ruhe lässt, ich mir meine chips beim fernsehen reinziehen kann und die kleinformatige bibel lesen kann ;)

AB
21-10-2003, 10:50
Tschusch ist ja im Prinzip auch kein Schimpfwort! :)
Tschusch heißt nämlich in Wirklichkeit nur Fremder!

Kallahan
21-10-2003, 10:55
ich will aber betonen, dass ich damit leben kann, dass ich sehr tolerant und aufgeschlossen bin - solange man mich in ruhe lässt, ich mir meine chips beim fernsehen reinziehen kann und mit meiner freundin, ähm frau machen kann, wo und wann ich will ;) [/B][/QUOTE]

Hoffentlich würdest auch tolerant bleiben wennst in Wien wohnen würdest.

SirDogder
21-10-2003, 11:09
Die Frage stellt sich nicht. Man kann ja auch Schimpfwörter sagen. Ich persönlich sage oft Schimpfwörter und bin deshalb auch kein schlechterer Mensch.

Neger sag ich auch nicht. Ich sag eher Schwarzbrot oder Kaffeeholer. Is de jetzt ein Schimpfwort? Sicher nicht, oder?

Rassistisch: Ich persönlich bin weit davon entfernt ein Rassist zu sein (wirklich SEHR weit, ganz ernst), trotzdem habe ich schon andere Völkergruppen pauschal in einen Topf geworfen.

martind
21-10-2003, 11:09
@ soulman
am besten zu den dunkelhäutigen jungs auf der donauinsel gehen, sunken city, und sie mal zum thema neger und kanak befragen. vor einigen jahrzehnten noch ganz übliche wörter die nicht immer als diskriminierent angesehen wurden. zb zehn kleine negerlein.
heutzutage möchte ja jeder political correct behandelt werden und der deutschen sprache sei dank ist das auch möglich.
wörter wie tschusch, kanak, niger und neger verwenden diese bevölkerungsgruppen untereinander selbst, nur wenn man als nicht angehöriger ihrer bevölkerungsgruppe diese wörter verwendet kann man schnell ein problem bekommen.
nur weil ich deutsch red möcht ich aber auch nicht als preuße bezeichnet werden.
:D

snakebite
21-10-2003, 11:11
Ja, und Kanacke heißt "Mensch".

Aber hier geht's doch nicht um die ursprüngliche Bedeutung des Wortes, sondern um das was im laufe der Jahrzehnte daraus geworden ist. Nämlich die Abwertung von Menschen mit bestimmten Eigenschaften.
Anderes Beispiel: "Dumme Gans", "Esel", ...
Sind diese Tiere wirklich etwas unterbelichtet oder hat sich das aufgrund von Erzählungen und Märchen bei uns im Gehirn eingeprägt?

Interessant ist auch, daß "Schaf" bei uns eher eine negative Bedeutung im Sinne von langsam und einfältig hat, während in südlichen Ländern ein Schaf als lieb und unschuldig gesehen wird.

Oder:
Jemand steht dir in Österreich gegenüber. Er schaut dich an und tipp sich dabei bei seiner Schläfe an den Kopf ...

Was denkst DU dir?
Wahrscheinlich: "Der Typ meint, daß ich spinne. Daß ich nicht ganz richtig bin im Kopf. Daß ich einen Vogel habe. ...."

In südlicheren Ländern wird das Gegenüber denken:
Der Typ meint: "Ich hab was im Kopf. Das war schlau von mir."

Lange Rede kurzer Sinn: Es ist nicht das Wort und seine eigentliche Bedeutung. Es ist die Bedeutung mit Kontext und was die jeweilige Kultur im laufe der Zeit in das Wort reininterpretiert hat. Und darauf sollte man sensibel reagieren (wenn möglich).

Im übrigen wirst du ja auch nicht zu einem Juden gehen und sagen: "Na, bist du durch den Rost gefallen?"

Joker
21-10-2003, 11:11
@Soulman

Ich würde eher sagen das Wort Neger wird heutzutage, also im Sprachgebrauch, eher von dem Wort Nigger (das ja in den USA ein Schimpfwort ist) abgeleitet.

Sogar deswegen wurde bei uns in der Nat.Bibl. im Katalog das Wort "Negerküsse" (die Mehlspeise) gestrichen. Ja, ok, wir haben das belächelt, aber so isses. ;)

Bernd67
21-10-2003, 11:13
"Neger" (oder "Zigeuner") o.dgl. sind (Sammel)Bezeichnungen für Völker in etwa aus der Kolonialzeit oder auch davor, wo unsere Vorfahren vor einigen Generationen (die tlw. selber Emigranten aus dem Osten waren) geglaubt haben sie sind was Besseres (so quasi als Vorrecht des länger Ansäßigen).

Weiß jemand wie wir Europäer in anderen Erdteilen heißen?
Bei den Asiaten z.B. oft "Langnasen". Will sich das jemand gerne nenen lassen?

Ich kann mich vor gut 30 Jahren erinnern als wir als Kinder einen Afrikaner so angeredet haben, irgendwie kam das nicht so an bei dem (er sagte freundlich zurück er ist Afrikaner)

SirDogder
21-10-2003, 11:13
Original geschrieben von Joker
@Soulman

Wort "Negerküsse" (die Mehlspeise) gestrichen. Ja, ok, wir haben das belächelt, aber so isses. ;)

Ich ess zum Bleistifft gerne Schwarzafrikaner im Hemd.

:D

Joker
21-10-2003, 11:15
Original geschrieben von SirDogder
Ich ess zum Bleistifft gerne Schwarzafrikaner im Hemd.

:D

Mohr ist glaub ich kein Schimpfwort, oder? :confused:

martind
21-10-2003, 11:28
aber wieso gibts eigentlich so wenig, bzw. kenne ich gar keine, farbige jungs und mädels im mtb und rr sport?

Joker
21-10-2003, 11:32
Laut Duden:

Neger: Die in den dt. Texten seit dem 17.Jh. bezeugte Bezeichnung für die Angehörigen der auf dem afrikanischen Kontinent beheimateten Menschenrasse deren hauptsächliches Kennzeichen eine dunkelbraune bis schwarze Hautfarbe ist, ist aus gleichbed. frz. negre entlehnt, das seinerseits auf lat. niger "schwarz" zurück geht, vermittelt durch spanisch, port., negro (umittelbar aus lat. niger stammt hingegen frz. noir "schwarz")
Set dem 19.Jh. findet sich bei uns gelegentlich auch die stets verächtlich gemeinte Bezeichnung Nigger , die aus dem Amerik. übernommen ist (amerik. nigger, das dem familären und umgangsprachlichen Bereich entstammt, steht für normalsprachliches negro (span., port.negro)

Mohr: Die heute veraltende Bezeichnung für "dunklhäutiger Mensch, Neger" geht zurück auf mhd.-ahd. mor, das aus lat. Maurus "Bewohner Mauritaniens, dunklhäutiger Nordafrikaner" entlehnt ist.
Zusatz: Mohrenkopf: runde Gebäckart mit Schokoladeüberzug" (19.Jh)

axel
21-10-2003, 11:37
sagen wir mal, ich verwende staendig ein wort ohne zu wissen dass es eigentlich ein schimpfwort ist.
irgenwann komm ich drauf, das ist die uebersetzung eines schimpfwortes und ich beleidige damit staendig unabsichtlich andere leute. was werde ich als intelligenter mensch wohl machen?
1. ma wuascht, des sogn bei uns olle, warum sui i mi umstoelln?
2. ich verwende ein anderes wort dafuer, ich will nicht staendig mir unbekannte leute beleidigen, schon gar nicht wissentlich.

political correctness ist nur eine duerftige ausrede sich seine schlechten angewohnheiten nicht abgewoehnen zu wollen.

irieman420
21-10-2003, 11:42
...ich glaube es kommt darauf an, was persönlich hinter dem wort steht, also wie es gesprochen wird...

ein durch die erlebten eindrücke gezeichneter, von den medien und politik verschreckter mensch, der sich in eigenartigen denkmustern einzementiert hat, sagt "neger" sicherlich mit einem anderen hintergrund, als ein white rastafarian...

es hängt vom kontext, der situation und von den menschen ab, wie ein wort eingesetzt wird...natürlich gibt es schimpfwörter, aber neger ist auf alle fälle zweiseitig...

irie ites

Dilbert69
21-10-2003, 11:47
wie der Birki schon gesagt hat: es liegt begründet im Empfinden der betroffenen Personen.
Die Frage ist nur warum war 'Neger' früher legitim? Hat es solange gedauert bis sich eine Lobby gebildet hat, die ihren Unmut kundtut?
Meine persönliche Erfahrung zeigt, dass viele empfindliche (übersensible?) Gruppen (in ihrer Ausprägung als Gruppe) gar nicht zimperlich im Austeilen sind (egal ob Biker, die über Autofahrer schimpfen aber selber gar nicht rücksichtsvoll mit Spaziergängern umgehen, 'auserwählte' Völker die andere umbringen,etc.).
Ich hab ja auch mit nackten Frauen in der Werbung kein Problem und fühl mich aber auch nicht diskriminiert, nur weil ich nicht wie der Coke-Mann ausschau ...
Wie immer macht der Ton die Musik ... ein 'Gringo' von einem Taxifahrer der mich über's Ohr hauen will wirkt anders, wie wenn es ein Freund zu mir sagt ...
Meiner Meinung nach wurde ja Political Correctness nur erfunden, damit sich 'Meinungsbildner' wichtig machen können ...
Langer Rede kurzer Sinn: Political correctness ist Schxxx und wer mit mir nicht klarkommt weil er mich für arrogant/unsensibel/einfältig hält, lernt mich sowieso nicht kennen :D (meine Frau meint immer ich sei ein Rüpel ;) )
Mir ist lieber ein vereinsamter,unkorrekter Pensionist der kindlich-naiv das Kraushaar eines 'Negerkindes' in U-Bahn bewundert, als ein politisch korrektes Axxxloch welches Stehparties auf Schwarzafrikanern deckt ...


-Roman

Dilbert69
21-10-2003, 12:05
political correctness ist nur eine duerftige ausrede sich seine schlechten angewohnheiten nicht abgewoehnen zu wollen.
stimmt sicher bis zu einem gewissen Grad, die Frage ist nur wo ist die Grenze?

esse ich kein Rindfleisch mehr nur weil mein indischer Mitarbeiter Hindu ist?
esse ich keine Schweinefleisch mehr nur weil mein anderer Mitarbeiter Muslim ist?
Schüttle ich den Kopf um ja zu sagen, nur weil es in vielen Ländern so gemacht wird?
Unterstütze ich den Sex mit Jungfrauen bzw. das Vernähen wegen der Reinheit?
Darf ich meinen Mitarbeitern in Delhi sagen, dass man seinen Dreck nicht überall einfach hinschmeisst oder bin ich dann schon respektlos?
Darf ich nur Akademikern mein Missfallen kundtun, weil sie den nötigen Überblick haben?
Bin ich politisch unkorrekt wenn ich der Kirche ihre moralische Instanz abspreche?
Ist Wiener Würstchen eine Beleidigung?
Ist 'Weanaah' ein Sprachfehler für 'Wiener', Mitleid für Grossstadtmenschen, oder nur Verachtung für Wochenendausflügler die ihre Autos überall hinparken ...?

Einfach die Kirche im Dorf lassen und spätestens in 50 Jahren haben wir andere Sorgen, wenn wir auf der Reise zu einem anderen Planeten sind und hoffen zu überleben ...
;)

axel
21-10-2003, 12:48
Original geschrieben von irieman420
... es hängt vom kontext, der situation und von den menschen ab, wie ein wort eingesetzt wird...natürlich gibt es schimpfwörter, aber neger ist auf alle fälle zweiseitig ...genau das meine ich: warum soll ich wissentlich worte verwenden, mit denen ich ziemlich sicher missverstanden werde? nur weil ich es immer so gemacht habe, oder es alle anderen ja auch machen? sicher nicht.
einerseits wollen immer alle so individuell sein, aber andererseits wird dann dem haufen hinterhergerannt bzw. -geredet.
wie gesagt, man kann es nennen wie man will - letztlich ist es nur eine frage des umgangstones, nicht mehr oder weniger.
ausserdem ging es konkret um schimpfworte und um nichts anderes.

Christoph
21-10-2003, 12:53
Also: Neger ist ein Schimpfwort.
Nigger auch.
Und die Rassenlehre (und damit "negroid") ist schon lange out.

Besser ist "Schwarzer". Oder Afroösterreicher :p

soulman
21-10-2003, 13:04
Original geschrieben von Christoph
Also: Neger ist ein Schimpfwort.
Nigger auch.
Und die Rassenlehre (und damit "negroid") ist schon lange out.

Besser ist "Schwarzer". Oder Afroösterreicher :p

du machst dir's aber schon a bissl leicht, meinst nicht?
hupfst immer in den brunnen wenns andere auch tun?

LoneRider
21-10-2003, 13:13
@soulman:

Echt interessant wie Du Dich immer gleich entmündigt fühlst und Dich in wilden Verschwörungstheorien gegen Fremd-Einfluß in Deinem Leben wehrst.
In letzter Zeit mehren sich Postings von Deiner Seite welche in diese Richtung gehen.
Du dürftest kein leichtes Leben haben, wenn Dich immer verfolgt fühlst, und die Regierung, die Lehrer und weiß Gott was für Unholde Dir irgendwie in Dein Leben reinreden wollen ;)

-Thomas

Bernd67
21-10-2003, 13:26
Ich denke da gibt es ein grobes Mißverständnis.......

(Politische) Korrektheit hat ja nichts mit Selbstaufgabe zu tun, wer sagt das?

Wenn wir in unserer vernetzten, verwobenen Welt jemand anderem gegenübertreten, gilt es halt, sich einigermaßen neutraler Termini zu bedienen die halt keine Mißverständnisse hervorrufen......

Sprache ist ja nichts ewig gleichbleibendes, das betrifft auch das Emfpinden für Wörter. Klar ist da so manches noch in unserer Umgangssprache verankert, aber das versteht ringsherum niemand mehr (oft nicht einmal die Wiener die Tiroler und umgekehrt).

Fällt mir noch eine Episode aus der Studienzeit ein: eine Kollegin äußert sich verärgert in einem Seminar: "des vasteht jo ka n....", neben ihr saß ein Afrikaner (sie hatte es nicht bemerkt), der im Moment nicht wußte wie er das verstehen sollte.......

Joker
21-10-2003, 14:05
Original geschrieben von Bernd67
Ich denke da gibt es ein grobes Mißverständnis.......

Fällt mir noch eine Episode aus der Studienzeit ein: eine Kollegin äußert sich verärgert in einem Seminar: "des vasteht jo ka n....", neben ihr saß ein Afrikaner (sie hatte es nicht bemerkt), der im Moment nicht wußte wie er das verstehen sollte.......

Ja eh, da dürften wir viele Redewendungen nimmer ausprechen.
Mir ist des erst letztes mal passiert, als ich sagte, habe trainiert bis zur Vergasung. Stellts euch vor, da wäre ein Jude dabei gewesen, oder list des jetzt. Und ich hab das wirklich net so gemeint! So wie viele andre Dinge auch. ;)

Matthias
21-10-2003, 14:10
Da möchte ich dem soulman absolut recht geben. Heutzutage wirst gleich schief angeschaut, wenn man Wörter wie Neger, Jude.. in den Mund nimmt. Dabei ist das, von den meisten zumindest weder negativ noch rassistisch gemeint.
Ein klassisches Beispiel:
In Israel gibt es immer Streitigkeiten zwischen Palästinensern und den Israelis (vorwiegend jüdischen Glaubens). Da kommt niemand auf die Idee, dass die Palästinenser anitsemitisch oder ähnliches sind. Aber es braucht nur ein Österreicher oder Deutscher das Wort "Jude" in den Mund nehmen, schon heißt es, es laufen nur Nazis herum.
Da stellt sich die Frage: wo leben wir eigentlich? Gibt es eine Meinungsfreiheit (die es in Wirklichkeit eh nicht gibt) oder nicht?

Joker
21-10-2003, 14:16
Original geschrieben von judma
Da möchte ich dem soulman absolut recht geben. Heutzutage wirst gleich schief angeschaut, wenn man Wörter wie Neger, Jude.. in den Mund nimmt. Dabei ist das, von den meisten zumindest weder negativ noch rassistisch gemeint.
Ein klassisches Beispiel:
In Israel gibt es immer Streitigkeiten zwischen Palästinensern und den Israelis (vorwiegend jüdischen Glaubens). Da kommt niemand auf die Idee, dass die Palästinenser anitsemitisch oder ähnliches sind. Aber es braucht nur ein Österreicher oder Deutscher das Wort "Jude" in den Mund nehmen, schon heißt es, es laufen nur Nazis herum.
Da stellt sich die Frage: wo leben wir eigentlich? Gibt es eine Meinungsfreiheit (die es in Wirklichkeit eh nicht gibt) oder nicht?

Das Wort Meinungsfreiheit in der heutigen Gesellschaft kannst auf ein Blatt Papier schreiben, dann hast es scharz auf weiß! Des war's aber dann auch schon :D ;)

LoneRider
21-10-2003, 14:21
@judma:

Ich meine auch bei den "Juden" kommt es darauf an wie und in welchem Zusammenhang man das sagt.
Ein Mensch jüdischen Glaubens ist und bleibt a "Jud", aber wenn man einen Menschen einen "Juden" schimpft, weil er einem das Geld aus der Tasche zieht oder hinterhältig ist, dann spielt man mit Vorurteilen die in den 30er und 40ern des vergangenen Jahrhunderts gepflegt wurden und als Vorwand für "Rassensäuberungen" herhalten mussten, und schlägt somit in eine altbewehrte Kerbe...

Die Meinungsfreiheit bleibt davon unangetastet...

-Thomas

Joker
21-10-2003, 14:24
Original geschrieben von LoneRider
@judma:

Ich meine auch bei den "Juden" kommt es darauf an wie und in welchem Zusammenhang man das sagt.
Ein Mensch jüdischen Glaubens ist und bleibt a "Jud", aber wenn man einen Menschen einen "Juden" schimpft, weil er einem das Geld aus der Tasche zieht oder hinterhältig ist, dann spielt man mit Vorurteilen die in den 30er und 40ern des vergangenen Jahrhunderts gepflegt wurden und als Vorwand für "Rassensäuberungen" herhalten mussten, und schlägt somit in eine altbewehrte Kerbe...

Die Meinungsfreiheit bleibt davon unangetastet...

-Thomas

Tjaa, aber solche Dinge werden auch sehr gerne in der Literatur verbreitet, z.B. hab ich solche Dinge in einem Buch, nennt sich "Wiener Mundart" gelesen. Jetzt stellts euch vor, ein Unwissender lest sowas, und denkt sich diese Ausdrücke sind eh ok ! :confused:

Glückspirat
21-10-2003, 15:09
Dann ist das Lied mit den 10 kleinen Negerlein ja schwer rassistisch :confused: :p

Die Toten Hosen haben es schon vor Jahren erkannt und 10 kleine Jägermeister draus gemacht. Gefällt mir eigentlich eh besser :D :D

streibl-bua
21-10-2003, 15:26
unser turnlehrer & geo prof, als wir ihn drauf aufmerksam machten ob er nicht "afrikanische sklaven" sagen könnte: "fia mi is des österreichische wörterbuch zuständig und do steht "neger"! also is es für mich kein schimpfwort, solong i ned nigger sog!"

hmm... i persönlich finds a ned richtig das ma wen als "neger" beschimpft!

lg

LoneRider
21-10-2003, 15:32
Original geschrieben von streibl-bua

hmm... i persönlich finds a ned richtig das ma wen als "neger" beschimpft!


Da hamma's wenn ma's zum Schimpfen verwendet is sogar "Weaner" unguat!
;)

-Thomas

Roadrookie
21-10-2003, 15:35
Maunchmoi is a Neger wüd -
daun is a Wüder wieda gaunz neger....

boooster
21-10-2003, 15:48
Naja, dann kommt es auch dazu, dass z.B. beim Eissalon die "Negertüte" (Eis mit Schokoüberzug) in Schokotüte umbenannt wird :)

Der Mohr im Hemd wird wohl auch nicht mehr so heißen.

Schipfi
21-10-2003, 16:00
naja! mia ham an inder in da klasse zumindest san die eltern aus indien haben aber scho unsere staatsbürgerschaft und er is in Österreich geboren! und mia sagn halt a dass er unser Klassenneger is! und es is ja ned bös gmeint! z.B. wenn i mi recht erinnere hat er sogar mal des wort "Schokowikinger" eingführt für sich! :D

i hab mit ausländer eigentlich nie a problem kappt! weil i selten kontakt mit welchen hab! und sollt i mal über welche reden dann versuch i des immer so loyal wie möglich auszudrücken! i sag z.B. Türken und ned as übliche "Tirgn" weil für mi is "Tirgn" der sog. Mais! :D

I glaub für leute die solche Dialektsachn ned kennen müsste "TirgnWixer" a zum nachdenken bringen! ;)

streibl-bua
21-10-2003, 16:40
Original geschrieben von LoneRider
Da hamma's wenn ma's zum Schimpfen verwendet is sogar "Weaner " unguat!
;)

-Thomas

awos des is oba hoib so wüt & passend :D :rolleyes: ! *g* hoffentlich ließt des koa weana *g*

lg

Schipfi
21-10-2003, 16:48
Original geschrieben von streibl-bua
hoffentlich ließt des koa weana *g*

lg


im BB wird des meiner meinung schwer gehen! :D

Loco
21-10-2003, 16:53
Ich habe mal einen Bekannten, einen Schwarzen, einmal gefragt, was er von der dem Wort "Neger" hält, und er hat gesagt, es komme weniger aufs Wort an, sondern wie es gemeint ist.
Weitaus störender findet er zB die Tatsache, daß Schwarze grundsätzlich per Du angesprochen werden. Oder dass man als Schwarzer ständig von der Polizei aufgehalten wird (und dabei natürlich per Du angesprochen wird). Oder dass die weit (durch die Kronenzeitung) verbreitete Meinung herrscht, Schwarze seinen grundsätzlich Dealer. Oder die Tatsache, dass Schwarzen in unzähligen Lokalen der Zutritt verwehrt wird, usw., usw.
Das Problem mit dem Wort Neger ist, dass es in Österreich leider meistens rassistisch oder abwertend gemeint ist.

B@rtman
21-10-2003, 17:00
Es kommt doch sehr darauf an wie man Dinge sagt!

Wenn ich abfallend rede und dann noch "Neger", "Tschusch", etc sage, kann man dies sehr wphl asl Schimpfwort verstehen. Rede ich aber "normal" ohne irgend eine Bedeutung/Assoziation hervor rufen zu wollen, kann man doch nicht alles als politisch unkorrekt abstempeln!

Es sind schon etliche Beispiel gegeben worden, bei denen man dann ähnlich vorgehen sollte!

Allerdings sollte man auch nicht vergessen, wenn es der Wunsch eben dieser Bevölkerungsgruppe ist, nicht mehr länger so genannt zu werden, dann sollte man dies auch respektieren.

mfg

Joe H
21-10-2003, 17:06
Bei gewissen Postings drehts einem echt den Magen um!! Sich in der heutigen Zeit herzustellen und mit naivem Blick zu behaupten Wörter wie "Neger", "Tschusch", etc. seien wertfreie Bezeichnungen ist echt die Härte. Wie hier schon gesagt wurd (z.B. von snakebite) sind diese Ausdrücke nicht aus ihrem Kontext zu lösten. Und Neger kommt nun Mal von der abewertenden Bezeichnung "nigger", die in der Zeit der Sklaverei entstanden ist. Deto ist "Tschusch" in eindeutig abwertender Weise für Gastarbeiter aus dem Balkan verwendet worden.

Wobei ja grundsätzlich die Frage erlaubt sein muss, ob nicht die ständige Polarisierung schwarz/weiß, Österreicher/Ausländer, etc. per se rassistisch ist.

Christoph
21-10-2003, 17:23
@Bartman:
Also völlig wertfrei von einem "Tschuschen" zu sprechen halte ich bedenklich. Sag doch wenigstens "Jugo" ;)

Es gibt schon Bezeichnungen die politisch korrekt einfach mühsam sind. Zum Bleistift wenn man statt "Zigeuner" Roma/Sinti/Calderan sagen muß.
Das find ich noch mühsamer als emanizpatorisch korrekten Schriftverkehr. Da bleibt die Lesbarkeit einfach auf der Strecke wenn da dann nur die Rede ist von "der/die Radfahrer/in muß auf seinem/ihrem Rad ein Licht anbringen".
Aber wenn sich durch die Bezeichnung jemand auf den Schlips getreten fühlt, dann muß man das eben akzeptieren.

Ich hab mich auf der FH auch mit "das schaut ja schwul aus" zurückhalten müssen, weil dort gut die Hälfte der männlichen Studenten vom anderen Ufer war :p

tiktak
21-10-2003, 17:26
Original geschrieben von Christoph
Ich hab mich auf der FH auch mit "das schaut ja schwul aus" zurückhalten müssen, weil dort gut die Hälfte der männlichen Studenten vom anderen Ufer war :p

was war das fuer ein schwuchtelverein :D

eigentlich auch verletzend fuer die die anders sind....

Schipfi
21-10-2003, 17:29
Original geschrieben von tiktak


eigentlich auch verletzend fuer die die anders sind....


ich glaube outen wird sich niemand in dem Thread! ;)

tiktak
21-10-2003, 17:32
Original geschrieben von Schipfi2k
ich glaube outen wird sich niemand in dem Thread! ;)

ach das is doch grad so modern :devil:

HAL9000
21-10-2003, 19:23
Original geschrieben von Joe H
... Und Neger kommt nun Mal von der abewertenden Bezeichnung "nigger", die in der Zeit der Sklaverei entstanden ist....
nein, definitiv nicht! das wort "neger" gabe es schon zu zeiten, wo die
amerikaner noch wirkliche amerikaner waren und nicht von uns europäern
abgeschlachtet und vertrieben worden sind... :(

ich bis auch seeehr weit davon entfernt, rassistisch zu sein (muss
wieder erwähnen, dass ich stammesmitglied der tutsis in ruanda durch
fürsprache meines damaligen mitbewohners im studentenheim geworden
bin ;)), aber pc nervt mich auch zunehmend... :mad:

sehr wohl kommt es auch auf den kontext an, in dem ich das wort
verwende. und ich halte "neger" nicht für ein schimpfwort, obwohl ich
in letzter zeit auch vermeide, diese bezeichnung zu verwenden...

aber wesentlich mehr geht mir das "Innen"-zeugs auf die nerven (d.h.
das hysterische emanzengeschrei, dass wir männer alle sprachlich so
diskriminierend seien... :rolleyes: )
und ich bin mindestens genau so weit davon entfernt, chauvinistisch
zu sein, wie davon, ein rassist zu sein... :)

CU,
HAL9000

manitou
21-10-2003, 19:31
Original geschrieben von HAL9000
aber wesentlich mehr geht mit das "Innen"-zeugs auf die nerven (d.h.
das hysterische emanzengeschrei, dass wir männer alle sprachlich so
diskriminierend seien... :rolleyes: )
und ich bin mindestens genau so weit davon entfernt, chauvinistisch
zu sein, wie davon, ein rassist zu sein... :)

CU,
HAL9000

jo, solange die mädels uns zum bierkistenrauftragen brauchen, gibts keine emanzipation. :D

Thom@s
21-10-2003, 19:54
Original geschrieben von Loco
Ich habe mal einen Bekannten, einen Schwarzen, einmal gefragt, was er von der dem Wort "Neger" hält, und er hat gesagt, es komme weniger aufs Wort an, sondern wie es gemeint ist.
Weitaus störender findet er zB die Tatsache, daß Schwarze grundsätzlich per Du angesprochen werden. Oder dass man als Schwarzer ständig von der Polizei aufgehalten wird (und dabei natürlich per Du angesprochen wird). Oder dass die weit (durch die Kronenzeitung) verbreitete Meinung herrscht, Schwarze seinen grundsätzlich Dealer. Oder die Tatsache, dass Schwarzen in unzähligen Lokalen der Zutritt verwehrt wird, usw., usw.
Das Problem mit dem Wort Neger ist, dass es in Österreich leider meistens rassistisch oder abwertend gemeint ist.

ja klar, egal welchen bericht über drogen du aufschlägst, du siehst immer einige schwarze, die irgendwie in der nähe der u-bahn station lehnen :mad:

solche dummen vorurteile gehen mir so auf den arsch :mad:

mir geht das gerede auch ziemlich auf die nerven, einige meiner besten freunde sind ausländer und die verhalten sich weder anders als andere oder bauen mehr oder weniger scheiss als die hiesigen jugendlichen und haben trotzdem mit so vielen vorurteilen zum kämpfen :(

Potschnflicker
21-10-2003, 19:54
Original geschrieben von HAL9000

aber wesentlich mehr geht mir das "Innen"-zeugs auf die nerven (d.h.
das hysterische emanzengeschrei, dass wir männer alle sprachlich so
diskriminierend seien... :rolleyes: )
und ich bin mindestens genau so weit davon entfernt, chauvinistisch
zu sein, wie davon, ein rassist zu sein... :)

CU,
HAL9000

Wem geht des net auf den Geist? Samma uns einig.

Die meisten Mädels sind aber net so auf des "innen"-zeugs erpicht. Hoff i zumindest (sonst müß ma ihnen den Herrn zeigen :D ---nur wie, des waß i net) :confused: :D

yellow
21-10-2003, 20:31
Original geschrieben von therealracebike
ja klar, egal welchen bericht über drogen du aufschlägst, du siehst immer einige schwarze, die irgendwie in der nähe der u-bahn station lehnen :mad:
solche dummen vorurteile gehen mir so auf den arsch :mad:
:(
Woher kommen die wohl?
Weil man JEDEN Tag irgendeinen Giftler sieht, der sich sein Zeug von einem Schwarzen anholt, oder nicht?
Wer das noch nicht gesehen hat, ist einfach nur blind.
Sollten sich der große Teil unserer schwarzafrikanischen Miteinwohner durch diese Vorurteile gestört fühlen, wärs vielleicht eine Idee, selbst was dagegen zu machen??

tommy d. p.
21-10-2003, 20:35
ja ok, wir machen uns unser zeugs selber. des is die lösung gegen den rassenhass.

wenn die leute ihre kinder besser in ihr leben eingliedern lernen, mehr zeit für sie haben und mit einem intakten familienleben gegen derlei drogengefahren wirken können, ham die dealer keine kunden mehr. zumimdest kommen weniger auf die idee sich was rein zu tun.....

leute, drogen sind scheisse!!!! damit das klar ist!!!!!

Dilbert69
21-10-2003, 21:40
@yellow
du solltest in der U 6 oder am Matzleinsdorfer Platz die dunklen Sonnenbrillen abnehmen ;)

btw: für mich sind alle Menschen gleich (manche durch ihr kulturelles Umfeld, Erziehung,etc. vielleicht nicht kompatibel mit mir) aber: ich glaube nicht, dass all die Touristen aus Afrika (reinen Vermutung auf Grund ihres äusseren Erscheinungsbildes) die den ganzen Tag in den U-Bahn Stationen abhängen und andere seltsame Verhaltensweisen zeigen, das nur machen weil sich kein Caritas Heim in der Nähe befindet bzw. alle Hotelbesitzer sie abweisen oder alle Architekturfans sind.
In meiner naiven Art denke ich mir, die Polizei sollte doch das Gleiche sehen und endlich aufräumen, damit nicht alle pauschal verdächtigt werden und die echten Asylanten ihren Frieden haben bzw. normale Touristen nicht fürchten müssen einem Notarzt zum Opfer zu fallen ...
Wenn sie die ganzen anderen 'blassen' Dealer, die die Kronen Zeitung offensichtlich nicht stören gleich mitnehmen sind wir wohl alle froh
:mad:

Ciao
Roman

Christoph
21-10-2003, 21:58
Es stimmt schon, dass der Drogenhandel auf der Straße weitgehend in Hand der Schwarzen ist. Speziell wenn's um härtere Sachen geht.

Allerdings hat das ja nichts damit zu tun, dass sie schwarz sind.
Sondern viel mehr mit dem österreichischen Asylgesetz, dass diesen Menschen einfach keine Möglichkeit läßt auf legale Art und Weise Geld zu verdienen.
Natürlich ist es von denen moralisch betrachtet nicht in Ordnung das Zeug weiterzuverkaufen.
Aber ich seh das ganz rational: wo kein Käufer da kein Verkäufer, die Nachfrage bestimmt das Angebot.

Und die Schwarzen die das Zeug auf der Straße verkaufen sind ja nicht die, die ahnungslose kleine Kinder zum Drogenkonsum verführen. Und das sind auch nicht die, die die große Knete damit machen.
Die versuchen einfach nur ein halbwegs menschliches Leben in Österreich führen zu können, was nunmal nicht möglich ist wenn man sich, wie gesetzlich vorgesehen, arbeitslos in Traiskirchen in den Vorhof vom Asylantenheim setzt :rolleyes:

Ich will hier niemandem was unterstellen: aber ich glaub der eine oder andere von uns würde in einer ähnlichen Situation auch schwach werden und Drogen verkaufen.

Joe H
21-10-2003, 22:14
Original geschrieben von HAL9000
nein, definitiv nicht! das wort "neger" gabe es schon zu zeiten, wo die
amerikaner noch wirkliche amerikaner waren und nicht von uns europäern
abgeschlachtet und vertrieben worden sind... :(

Ok, meine Information ist eine andere, aber darüber will ich nicht mit dir streiten, weil ich's nicht 100% belegen kann. Das ist aber auch nicht der Punkt.

Fakt ist, dass diese Bezeichnung sowohl im Licht der historischen als auch der heutigen Verwendung eine eindeutig negative Konotation hat. Wer diese bestreitet ist entweder sehr naiv oder er machts bewusst. Allen, die das wirklich ums verrecken nicht verstehen wollen, möchte ich die Lektüre der Sprachwissenschafter Ruth Wodak zu diesem Thema (z.B. "Racism at the Top") ans Herz legen.

Birki
22-10-2003, 07:52
Original geschrieben von Christoph

Ich will hier niemandem was unterstellen: aber ich glaub der eine oder andere von uns würde in einer ähnlichen Situation auch schwach werden und Drogen verkaufen.
hallo!
da sprichst Du ein grosses wort gelassen aus! ich war einmal in einer komischen situation, als ich in der schweiz eine kleine konferenz organisiert habe, und einige ghanesen (glaube ich) ein einladungsschreiben für ein visum haben wollten - damit sie das meeting besuchen könnten. weil das ein bekannter weg ist, sich ein besuchervisum zu besorgen und dann halt unterzutauchen, hat das organisationsbüro auf der vorbezahlung des konferenzbeitrags bestanden. das wurde mit einer geklauten kreditkarte versucht, weshalb wir zu dem schluss kamen, das die jungs nicht nur von der hehren wissenschaft angelockt wurden...

ABER: ich verstehs! wenn man nämlich einfach von einem unfreundlichen schicksal in die scheisse geboren wurde (so wie wahrscheinllich das gros der weltbevölkerung), dann würde ich auch alles, und zwar wahrscheinlich wirklich alles probieren um da rauszukommen. und letztenendes ist die problematik, die christoph angesprochen hat, ein teilaspekt davon...
lg
birki

Kallahan
22-10-2003, 16:32
Original geschrieben von Christoph
Es stimmt schon, dass der Drogenhandel auf der Straße weitgehend in Hand der Schwarzen ist. Speziell wenn's um härtere Sachen geht.

Allerdings hat das ja nichts damit zu tun, dass sie schwarz sind.
Sondern viel mehr mit dem österreichischen Asylgesetz, dass diesen Menschen einfach keine Möglichkeit läßt auf legale Art und Weise Geld zu verdienen.
Natürlich ist es von denen moralisch betrachtet nicht in Ordnung das Zeug weiterzuverkaufen.
Aber ich seh das ganz rational: wo kein Käufer da kein Verkäufer, die Nachfrage bestimmt das Angebot.

Und die Schwarzen die das Zeug auf der Straße verkaufen sind ja nicht die, die ahnungslose kleine Kinder zum Drogenkonsum verführen. Und das sind auch nicht die, die die große Knete damit machen.
Die versuchen einfach nur ein halbwegs menschliches Leben in Österreich führen zu können, was nunmal nicht möglich ist wenn man sich, wie gesetzlich vorgesehen, arbeitslos in Traiskirchen in den Vorhof vom Asylantenheim setzt :rolleyes:

Ich will hier niemandem was unterstellen: aber ich glaub der eine oder andere von uns würde in einer ähnlichen Situation auch schwach werden und Drogen verkaufen.

Aber das Drogen auch vor Schulen angeboten werden,findest auch in Ordnung?????? :mad:

irieman420
22-10-2003, 16:49
...man braucht nicht dunkler hautfarbe zu sein, um diskriminiert zu werden...bei 70 % meiner grenzüberfahrten (großes deutsche eck) darf ich rechts ranfahren und mein auto wird zerlegt (gottseidank sind das echt nette polizisten dort)...und das o-ton nur wegen der dreadlocks!!! glaubt mir, das ist kein schönes gefühl auf der autobahn seine schuhe, socken ausziehen zu dürfen, abgetastet zu werden, etc...

wer das nicht glaubt, den lade ich herzlich zu einem einjahres tripp auf die kanarischen inseln ein...daist man dann der "tschusch" und was da abgeht ist unpackbar...ich bin froh, dass ich das mitmachen durfte, ich kann mich nun gut reinfühlen...

als rasta habe ich naturgemäß wenig probleme mit "ausländern" oder "schwarzen" (alleine dieses benennen nervt)...aber was sich auf der donauinsel abspielt, sollte nicht als standard hergenommen werden...da wird nur gecheckt und die sind megaaggressiv / schwarze(im gegensatz zu der türkischen abteilung, die mich schon das eine und andere mal auf a gutes stück bratenes fleisch eingeladen haben - YAMYAM :D / wobei ich auch schon echt nette gespräche gehabt hab mit verzweifelten schwarzafrikanern - aufenthaltsgenehmigung aber keine arbeitsgenehmigung, ausser der heirat bleibt nicht viel )...

drogen sind scheisse...naja...autoabgase sind auch scheisse! und wo beginnt eine droge droge zu sein, beim süchtig machen? viel spass, es lebe der zucker und der stress, der alkohol und das anpassungssyndrom...

die frage die nicht diskutiert wird ist, weshalb nehmen soviele irgendwelche drogen, und weshalb sind die drogenjäger selbst zucker- und stresssüchtig und gönnen sich nach erfolgreicher drogenjagd mit 0,03 gr weed erfolg ein gutes weizen? da sissdem mek dem heads go crazy!...

die menschen erkennen eher die unterschiede, als die wurzel...

iya en da fyah let dem burn...open yuh heart en let jah com inside

drogen auf schulhofen sind eine katastrophe...

...nur wie soll ich meinen zukünftigen kindern erklären, dass sie saufen dürfen, zucker fressen, sich in uniformen quetschen lassen, aber wehe dem der duft des krauts der weisheit betört die sinne - das drogenerklärungsmodell hinkt ganz stark ...

irieman420
22-10-2003, 16:53
...solange man wie die anderen ist, erkennt man wenig! wer die blicke fühlen möchte, sollte sich einfach einmal eine rastahaubal aufsetzen, oder sich als schwarzer verkleiden und eine woche durch wien ziehen...da wären viele überrascht...

Christoph
22-10-2003, 17:06
@Kallahan:
Nein, find ich natürlich nicht in Ordnung. Ich bezweifle aber, dass sich Schwarze trauen vor Schulen zu dealen. Das wird eher von Schülern der Schule gemacht die dort nicht auffallen. ;)
Wenn sich da ein Schwarzer vor der Schule platziert, ruft doch eh sofort der Direktor, der Schulwart oder eine Lehrkraft die Polizei. Auch wenn's nur der Diplomaten-Vater von einem Schüler ist :p

@irieman:
Donauinsel ist natürlich die Härte. Ich komm dort öfters vorbei wenn ich ins Cineplexx geh. Echt krass was sich dort am Abend beim U1-Abgang abspielt :eek: (oder unter Tags am Basketballplatz)

karin
22-10-2003, 17:11
Original geschrieben von Potschnflicker

Die meisten Mädels sind aber net so auf des "innen"-zeugs erpicht. Hoff i zumindest (sonst müß ma ihnen den Herrn zeigen :D ---nur wie, des waß i net) :confused: :D

Also mir macht das nix aus wenn jemand Frau INGENIEUR zu mir sagt, denn INGENIEURIN hört sich gar nicht gut an. ;) :D

Nun im Ernst, ich finde für die Gesellschaft ist´s wahrscheinlich wichtig, dass es diese Floskeln gibt um immer wieder auf die Gleichbehandlung aufmerksam zu machen.

Kallahan
22-10-2003, 18:34
[QUOTE]Original geschrieben von Christoph
[B]@Kallahan:
Nein, find ich natürlich nicht in Ordnung. Ich bezweifle aber, dass sich Schwarze trauen vor Schulen zu dealen. Das wird eher von Schülern der Schule gemacht die dort nicht auffallen. ;)
Wenn sich da ein Schwarzer vor der Schule platziert, ruft doch eh sofort der Direktor, der Schulwart oder eine Lehrkraft die Polizei. Auch wenn's nur der Diplomaten-Vater von einem Schüler ist :p

Ich glaube jetzt bist ein bisschen naiv!
Gehst Du blind durch Wien????? :mad: :mad:

Christoph
22-10-2003, 20:52
Original geschrieben von Kallahan
Ich glaube jetzt bist ein bisschen naiv!
Gehst Du blind durch Wien????? :mad: :mad:
Hmmm... ich war 12 Jahre in der Schule, hab zwei Schwestern die in die Schule gehen... keine schwarzen Dealer vorm Schultor.
Wie blöd muß man denn sein, sich als _schwarzer_ Dealer vor eine Schule zu stellen. :rolleyes:

criz
22-10-2003, 21:34
@ Christoph

Außerdem gibts/gabs da ja die tolle Bürgerwehr! (in Graz jedenfalls) :D ;)

tommy d. p.
22-10-2003, 21:40
die hab i scho lang nimma gsehn. wo auch immer die hin sind, die hamma net wirklich braucht.

der gedanke war ja net schlecht, die umsetzung zumindest fragwürdig. :(

Christoph
22-10-2003, 21:51
Original geschrieben von criz
@ Christoph

Außerdem gibts/gabs da ja die tolle Bürgerwehr! (in Graz jedenfalls) :D ;)
In Wien gibt's sowas auch. Bisher nur in der Kärtnerstr., aber die FPÖ plant das jetzt schon für die ganze Stadt :D

tommy d. p.
22-10-2003, 22:21
was in wien gabs des auch? ich hab glaubt nur wir wären mit denen gesegnet worden..... :f:

Joe H
22-10-2003, 23:43
Original geschrieben von tommy d. p.
der gedanke war ja net schlecht, die umsetzung zumindest fragwürdig. :(

Ich glaub, ich träum! Der Gendanke war nicht schlecht?? Bürgerwehr? Allein der Ausdruck ruft Assoziationen zum Ständestaat der 30er Jahre hervor. Die Idee, dass irgendwelche Privatsherifs Aufgaben der exekutiven Staatsgewalt übernehmen ist schlicht und ergreifend faschistoid. Dafür gibts ja in Österreich zum Glück keinerlei rechtlich Grundlage.

Loco
23-10-2003, 05:00
Original geschrieben von Christoph
In Wien gibt's sowas auch. Bisher nur in der Kärtnerstr., aber die FPÖ plant das jetzt schon für die ganze Stadt :D
Die braucht genau KEINER! :s:

Matthias
23-10-2003, 05:36
Original geschrieben von Christoph
Es stimmt schon, dass der Drogenhandel auf der Straße weitgehend in Hand der Schwarzen ist. Speziell wenn's um härtere Sachen geht.

Allerdings hat das ja nichts damit zu tun, dass sie schwarz sind.
Sondern viel mehr mit dem österreichischen Asylgesetz, dass diesen Menschen einfach keine Möglichkeit läßt auf legale Art und Weise Geld zu verdienen.
Natürlich ist es von denen moralisch betrachtet nicht in Ordnung das Zeug weiterzuverkaufen.
Aber ich seh das ganz rational: wo kein Käufer da kein Verkäufer, die Nachfrage bestimmt das Angebot.

Und die Schwarzen die das Zeug auf der Straße verkaufen sind ja nicht die, die ahnungslose kleine Kinder zum Drogenkonsum verführen. Und das sind auch nicht die, die die große Knete damit machen.
Die versuchen einfach nur ein halbwegs menschliches Leben in Österreich führen zu können, was nunmal nicht möglich ist wenn man sich, wie gesetzlich vorgesehen, arbeitslos in Traiskirchen in den Vorhof vom Asylantenheim setzt :rolleyes:

Ich will hier niemandem was unterstellen: aber ich glaub der eine oder andere von uns würde in einer ähnlichen Situation auch schwach werden und Drogen verkaufen.

Ob das Zeug nun ein Schwarzer, ein Chinese oder Österreicher verkauft ist doch s*****egal.
Aber wie schon oben erwähnt: wo kein Käufer, da kein Verkäufer bzw. Markt. ;)

irieman420
23-10-2003, 07:14
Aber wie schon oben erwähnt: wo kein Käufer, da kein Verkäufer bzw. Markt

das ist ein volltreffer...der jugend müssen perspektiven geboten werden, die eine innere zufriedenheit herbeiführen können...aber alleine der gedanke ans ständige "den anderen gefallen / passen müssen" ist für einen jungen menschen, der in alle richtungen strebt, eine mordsdrum blockade...

heute versucht man den markt über die verkäufer zu vernichten und übersieht, dass eine große käuferschar vorherrscht...solange nur einseitig vorgegangen wird, wird das drogenproblem größer werden...die innere zufriedenheit nimmt dramatisch ab, die soziale statistische zufriedenheit nimmt aber zu...soviel zu ziffern am papier...

irie

Bernd67
23-10-2003, 07:49
Original geschrieben von tommy d. p.
was in wien gabs des auch? ich hab glaubt nur wir wären mit denen gesegnet worden..... :f:

in Wien machen sie's mit privaten Security-Firmen, nicht so selbsternannte Hobbyisten-Truppen wie in Graz.

Anlaß waren die Taschendiebe in der Gegend. Effekt ist halt auch fraglich, so wa setzt nie an der Ursache an sondern versucht immer das Symptom zu beseitigen.

Mir ist mitunter zu Ohren bekommen - bisher fand ich aber keine Bestätigung dafür - daß sich so mancher dealende Schwarzafrikaner seinen (kostspieligen) "Transfer" nach Europa so quasi zwangsweise abarbeitet.........

Wobei ich ja sehr viele von denen sehe, nachdem es ja in meiner Gegend eine Flüchtlingsbetreuung sehe, die meisten sind absolut unauffällig.

Übrigens noch ein Beispiel zur negativen Besetzung des hier diskutierten Begriffs:

Gestern oder voergestern habe ich einen Bericht über einen in die USA emigrierten österr. Komponisten gesehen (Name ist mir entfallen, ist schon lang verstorben), dessen (sehr bekannte) Kompositionen bei den Nationalsozialisten als "Negermusik" bezeichnet wurden. Ich denke, da bedarf es keiner näheren Erklärung, wie das gemeint war.

Birki
23-10-2003, 10:32
Original geschrieben von Bernd67

Gestern oder voergestern habe ich einen Bericht über einen in die USA emigrierten österr. Komponisten gesehen (Name ist mir entfallen, ist schon lang verstorben), dessen (sehr bekannte) Kompositionen bei den Nationalsozialisten als "Negermusik" bezeichnet wurden. Ich denke, da bedarf es keiner näheren Erklärung, wie das gemeint war.
ernst krenek, gestorben 1991
dein beispiel sagt auch schon alles :rolleyes:
lg
birki

Matthias
24-10-2003, 06:49
Original geschrieben von irieman420
..aber alleine der gedanke ans ständige "den anderen gefallen / passen müssen" ist für einen jungen menschen, der in alle richtungen strebt, eine mordsdrum blockade...


Die Frage ist, wohin das letzten Endes hinführt. Ins totale Chaos?? Oder besinnen sich die Menschen irgendwann wieder?!
Viele andere Möglichkeiten gibt es wohl nicht, oder?