 Rauf zum Brenner ging es in der Gruppe sehr flott und mein Schnitt war sensationell. Kurz spielte ich sogar mit dem Gedanken in 8 Stunden finishen zu können. Wie gesagt, kurz ... beim Anstieg zum Jaufenpass musste ich dem Anfangstempo Tribut zollen, aber auch da passte der Schnitt noch. Der Downhill danach war nicht mehr so ambitioniert, ich "scherngelte" schon ein wenig und die Sicherheit ging vor.
Katastrophal gestaltete sich der Anstieg von St. Leonhard nach Moos. Ich bekam leichte Krämpfe und wurde von vielen überholt. Bei der Labe in Schönau machte ich eine kurze Pause und schlug kräftig zu (Schnitten, Corny und Cola). Die folgenden 500 Hm rollte es perfekt, danach kam der nächste Einbruch mit permanenten Krämpfen. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich an eine "Künstlerpause", doch dann fiel mir wieder die Wette mit Ernst ein und ich wollte auf keinen Fall als Verlierer dastehen ... und noch weniger wollte ich 2008 erneut fahren müssen.
Mit Krämpfen ging es an zwei privaten Betreuerstationen vorbei (vielen Dank nochmal!!!) und nach dem Tunnel, dem höchsten Punkt des Rennens, raste ich bergab. Leider stellte sich mir kurz darauf noch ein 250 Hm Anstieg in den Weg und die Krämpfe schossen erneut ein. Nichts ging mehr, bis mich mein neuer Teamkollege Christian Schmitt durch seine "Flucht" und ein Transalp-Weggefährte Marcus Mönius durch Zurufen motivierten. Nachdem auch diese Hürde genommen war, lief es wie am Schnürchen. Bergab und im "Flachen" war ich wieder in meinem Element. Mein persönlicher High-Speed-Rekord wurde mit 109,5 km/h eingestellt und als 8er Mannschaftszeitfahren ging es in Richtung Ziel.
Leider ging sich das Finale unter 8 Stunden 20 nicht aus und ich verlor knapp, aber doch meine Wette. Shit! Aber was solls, bin ich halt 2008 wieder mit dabei. War eh schön ;-) Infos und Ergebnisse gibts auf www.oetztaler-radmarathon.com |